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Halloween – Der Kick des sicheren Schreckens

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    Halloween ist längst mehr als eine amerikanische Tradition – zwischen Kürbissen, Kostümen und Spukgeschichten zelebrieren auch hierzulande viele Menschen das wohlig-schaurige Gefühl, sich zu fürchten. Doch was macht den Reiz des Gruselns eigentlich aus? Im Kern steht die Angst – ein uraltes Gefühl, das uns evolutionär vor Gefahren schützen soll. Wenn die Amygdala Alarm schlägt, wird Adrenalin ausgeschüttet: Herzrasen, Zittern, Schweiß – der Körper rüstet sich für Flucht oder Angriff. In sicheren Situationen jedoch, etwa beim Schauen eines Horrorfilms, kann diese Reaktion zur Lust werden. Die Angst bleibt kontrollierbar, der Ausgang vorhersehbar. Ist der Schreck überstanden, folgt eine Welle von Dopamin und Endorphinen – ein Mini-Rausch, den man als „Mini-Orgasmus“ beschreiben kann.

    Allerdings hat der Nervenkitzel Grenzen: Wird der Schrecken zu intensiv, kippt die Freude in Unbehagen, wie eine Studie mit Horrorhaus-Besuchern zeigt. Der größte Spaß entsteht also im perfekten Spannungsfeld zwischen Angst und Sicherheit. Solche kontrollierten Angsterlebnisse können sogar gesund sein, weil sie die psychische Widerstandskraft stärken und helfen, eigene Reaktionen besser zu verstehen. Dennoch zieht der Grusel nicht alle gleichermaßen an: Extrovertierte Menschen mit geringerer Ängstlichkeit empfinden ihn meist als angenehmer, während andere lieber auf diesen Adrenalinkick verzichten. Für sie gilt: Der Spuk dauert nur eine Nacht im Jahr – und am nächsten Morgen ist alles wieder ganz normal.


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