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Der REM-Traumverlust als unerkannte Gefahr

Menschen sind nach einer Untersuchung von Naiman (2017) mindestens genauso traum- wie schlafentwöhnt, denn viele der gesundheitlichen Probleme, die mit Schlafverlust in Verbindung gebracht werden, sind auf eine stille Epidemie des REM-Schlafentzugs zurückzuführen. Seiner Meinung nach ist der Traumverlust eine unerkannte Gefahr für die öffentliche Gesundheit, die im Stillen das Leben der Menschen beeinträchtigt und zu Krankheiten, Depressionen und einer Erosion des Bewusstseins beiträgt.

Die Ursachen und Ausmaße von Traumverlusten in der REM-Schlafphase stehen nach Naiman (2017) in Verbindung mit Medikamenten, Schlafstörungen und anderen Faktoren wie dem Lebensstil oder dem Verhalten. Als Folge zeigen sich bei den Betroffenen Reizbarkeit, Depressionen, Gewichtszunahme, Halluzinationen, Gedächtnisprobleme und ein geschwächtes Immunsystem. Da der REM-Schlafentzug häufig selbstverursacht ist, könnten Menschen etwas an ihrer Schlafhygiene oder Lebensweise ändern, etwa das Smartphone aus dem Schlafzimmer entfernen, auf Alkohol verzichten, Fenster und Gardinen schließen oder auf Sport und schwere Mahlzeiten unmittelbar vor dem Schlafengehen verzichten.

Literatur

Naiman, Rubin (2017). Dreamless: the silent epidemic of REM sleep loss. Annals of the New York Academy of Sciences, 1406, 77-85.