Wie sich Angst körperlich äußert

Claudia Nuss, Buchautorin und Mentaltrainerin, benennt prägnant körperlich Symptome von Angstzuständen, wobei diese nicht zwangsläufig bedeuten, dass man Angst hat, sondern auch andere Ursachen besitzen können, und erklärt mögliche Zusammenhänge:

Angst kann Verdauungsprobleme verursachen, da eine starke Verbindung zwischen dem Nervensystem im Darm und den Neurotransmittern im Gehirn besteht. Bei Angst gelangen einige der vom Körper freigesetzten Hormone und Chemikalien in den Verdauungstrakt, wo sie die Verdauung beeinträchtigen. Das daraus resultierende chemische Ungleichgewicht kann eine Reihe von Magen-Darm-Erkrankungen verursachen.

Angst kann Gehirnnebel erzeugen, weil ängstigende Gedanken die ganze Bandbreite im Kopf verbrauchen und wenig Raum lassen, um über etwas anderes nachzudenken. Anhaltende Angst und Stress laufen dabei stets im Hintergrund und verbrauchen viele Kapazitäten, sodass alles andere langsamer läuft. Abhilfe kann eine Verbesserung des Schlafes und eine Beschäftigung mit jenen Dingen bringen, die man genießen kann, aber auch Meditation oder einfach eine Pause.

Angst kann Muskelschmerzen verursachen, da Stresssorgen und Angst zu Muskelkontraktionen führen, die Schmerzen und Krämpfe verursachen können. Da Körper und Geist eng miteinander verbunden sind, äußern sich Angstsymptome häufig in Form sehr realer körperlicher Symptome.

Angst kann kalte Hände und Füße verursachen, denn wenn man Angst hat, wird der Blutfluss von den Händen und Füßen weg zu größeren Organen wie dem Herzen geleitet.

Angst ist ein grundlegender Kampf- oder Fluchtmodus, den den Körper benötigt, um das Herz und andere Organe zu schützen, die für das Überleben unerlässlich sind. Da der Körper den Unterschied zwischen echter und vermeintlicher Bedrohung nicht erkennen kann, reagiert er in beiden Situationen gleich.