Kann klassische Musik beim Training helfen?

Der Psychologe und Sportwissenschaftler Costas Karageorghis erforscht den Einfluss von Musik beim Training und zeigte in einer Studie, dass mit Musik jene Areale im Gehirn weniger aktiv sind, die Erschöpfung signalisieren. Das heißt, Musik hilft etwa beim Sport, den Verstand von Ermüdungserscheinungen abzulenken bzw. den Punkt der Erschöpfung leicht hinauszuzögern. Ein guter Rhythmus ist aber vor allem beim Laufen wichtig, denn so laufen Menschen effizienter, wenn sie synchron mit Musik lauffen, wobei auch die Sauerstoffaufnahme im Blut deutlich niedriger ist als ohne Musik, dass also die Bewegungen offenbar energieeffizienter werden. Wenn man sich normal bewegt, gibt es immer wieder Unregelmäßigkeiten, was mehr Energie verbraucht. Im Wesentlichen kann erfreuliche Musik die Interpretation von Erschöpfung verändern und das Trainingserlebnis verbessern. Wichtig ist aber immer, dass man Musik wählt, die einem gefällt und einen dazu bringt, sich zu bewegen. Es gibt nur eine Situation, wo man auf jegliche Musik verzichten sollte, nämlich, wenn man gerade etwas Neues lernt, denn dann ist die sonst hilfreiche Ablenkung durch Musik kontraproduktiv.


Zur Person: Costas I. Karageorghis ist Dozent für Sportpsychologie in der Abteilung für Lebenswissenschaften an der Brunel University London, Großbritannien. Er ist international bekannt für seine Forschungen über die Auswirkungen von Musik im Bereich von Bewegung und Sport. Karageorghis ist Mitautor des populären Buches Inside Sport Psychology (2011), das in drei Sprachen übersetzt wurde. Darüber hinaus hat er zahlreiche Buchkapitel,  Zeitschriftenartikel und Fachartikel in der Sport- und Bewegungspsychologie veröffentlicht. Seine musikbezogenen Forschungen wurden aber auch in Medien wie der New York Times, dem Wall Street Journal, der Washington Post, dem Sydney Morning Herald, ESPN The Magazine und National Geographic veröffentlicht. Karageorghis hat mit zahlreichen internationalen Sportlern und Sportorganisationen sowie mit internationalen Unternehmen wie Nike, Spotify, International Management Group, Red Bull, Speedo und Sony zusammengearbeitet. Von 2007 bis 2011 war Karageorghis Cheftrainer des Leichtathletik-Teams der britischen Studenten, außerdem leitet und trainiert er seit den frühen 1990er Jahren das Leichtathletik-Team der Brunel University London und führte es zu sieben britischen Universitätsmeisterschaften.