Bei vielen Parkinson-Patienten sowie Menschen in den frühen Phasen der Erkrankung klafft oft eine Lücke zwischen der gefühlten geistigen Leistungsfähigkeit und den tatsächlichen Ergebnissen klinischer Tests. Betroffene haben häufig das Empfinden, dass ihr Denkvermögen nachlässt, während objektive Untersuchungen eine normale kognitive Funktion bescheinigen. Dieses Phänomen ist als negative metakognitive Verzerrung bekannt – eine verzerrte Selbstwahrnehmung der eigenen alltäglichen geistigen Fähigkeiten.
Aktuelle Untersuchungen belegen, dass diese subjektive Verschlechterung weniger mit einem tatsächlichen messbaren Abbau zu tun hat, sondern vielmehr eng mit psychischen Faktoren wie Depressionen und einer allgemeinen Neigung zu Ängstlichkeit verknüpft ist. Diese Fehleinschätzung kann sich über die Zeit sogar verstärken, ohne dass sich die kognitiven Testwerte messbar verändern. Für die medizinische und psychologische Praxis bedeutet dies, dass subjektive Sorgen zwar ernst genommen, aber primär im Kontext der psychischen Gesundheit interpretiert werden sollten. Da es für den kognitiven Abbau selbst oft keine direkte Heilung gibt, bietet die Behandlung von Angst und Depression – etwa durch medikamentöse oder verhaltenstherapeutische Ansätze – eine wirksame Möglichkeit, die Lebensqualität zu steigern. Indem die zugrunde liegenden emotionalen Belastungen adressiert werden, lässt sich die Selbstwahrnehmung der Patienten korrigieren und ihr Vertrauen in die eigene geistige Leistungsfähigkeit wiederherstellen.
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