Psychologie der Inflation

Ein gutes Beispiel für sich selbst erfüllende Prophezeiungen findet sich in der Psychologie der Inflation. denn Ängste vor steigenden Preisen lassen die Inflationserwartungen steigen und können zu einer Vorhersage werden, die ihre Erfüllung selbst bewirkt. Damit einher geht auch die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale, denn falls Gewerkschaften aufgrund von Inflationsängsten nun höhere Lohnforderungen stellen und Unternehmen auf diese höheren Löhne dann mit weiteren Preiserhöhungen reagieren, kommt es zu einer höheren Inflationsrate.

Die konkrete Erwartung einer höheren Inflation kann aber auch die Geldpolitik beschäftigten und die Finanzmärkte in Aufruhr versetzen, womit höhere Zinsen verbunden sind, und zwar für Kredite und damit auch für die Finanzierung von Staatsschulden.

Diese Tendenzen können noch verstärkt werden, wenn einige der vorübergehenden Effekte gleichzeitig zusammenkommen. Manchmal trägt auch dazu eine alarmistische Berichterstattung bei, denn wenn VerbraucherInnen aber auch Firmen von weiter steigenden Preisen ausgehen, ziehen die KonsumentInnen Käufe vor und fordern höhere Löhne. Wenn nun die Unternehmen ihrerseits mit höheren Erzeugerpreisen und mit Lohnsteigerungen rechnen und deshalb die Preise heraufsetzen, kann sich eine mögliche Lohn-Preis-Spirale dann immer weiterdrehen.

Es besteht also im Sinne dieser psychologischen Mechanismen ein allgemeines und vor allem politisches Interesse daran, dass Thema Inflation möglichst sachlich und auch unter diesem psychologischen Aspektzu behandeln.

Literatur

https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/psychologie-der-inflation-die-sich-selbst-erfuellende-vorhersage,SmOIBT7 (21-10-21)