Sich beim Mathematikunterricht mehr Zeit lassen

Jo Boaler ist Professorin für Mathematikdidaktik an der Stanford University ist neben der Intelligenz beim Lernen auch das Vertrauen wichtig, sich verbessern zu können. Man sollte daher Anstrengung und Fehler nicht fürchten, sondern sie als positiv begreifen und ein Growth Mindset entwickeln, d.h., die Überzeugung, geistig immer weiter zu wachsen. Menschen mit einem Growth Mindset, einem dynamischen Mindset, sind davon überzeugt, dass sie sich in jedem Bereich weiterentwickeln und verbessern können.

Sie sieht im Zusammenhang mit dem Mathematikunterricht einen der großen Irrtümer der Schulpädagogik, denn schon bei SchülerInnen  in der zweiten Klasse wird bewertet, ob sie ihre Aufgaben schnell und fehlerfrei erledigen. SchülerInnen sollten sich sber nach ihrer Ansicht im Unterricht mit nur wenigen Aufgaben beschäftigen, und das intensiv und ohne Zeitdruck, denn wichtig ist es für alle Lernenden zu erkennen, dass man nicht gleich alles mühelos verstehen muss, sondern man darf auf dem Weg zur Lösung viele lehrreiche Fehler machen.

Kinder sollten stets die Möglichkeit haben, ein mathematisches Konzept auf verschiedensten Wegen zu begreifen, also einen multidimensionalen Ansatz zu verfolgen. Daher sind die dicht gepackten Lehrpläne und die Vorgaben für die Leistungsbeurteilung sehr zu hinterfragen.