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Das Phänomen des inneren Hochstaplers

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    Das sogenannte Impostor-Syndrom beschreibt das Paradoxon, dass objektiv erfolgreiche Menschen ihre Leistungen nicht sich selbst, sondern dem Zufall oder Glück zuschreiben und die ständige Angst verspüren, als vermeintliche „Betrüger“ entlarvt zu werden. Obwohl dieses psychologische Phänomen bereits Ende der 1970er Jahre definiert wurde, erfährt es aktuell durch prominente Bekennerschreiben und die mediale Aufmerksamkeit eine neue Popularität, wobei es oft als Identifikationsmerkmal für leistungsstarke Personen dient. Aktuelle psychologische Studien unterstreichen dabei den engen Zusammenhang zwischen diesen Selbstzweifeln und einem neurotischen Perfektionismus. Betroffene setzen sich selbst so unerreichbare Maßstäbe, dass sie Fehler primär als Beweis für ihre Unfähigkeit fürchten und deshalb ihre tatsächlichen Kompetenzen massiv unterschätzen. Im Gegensatz dazu zeigen Menschen mit narzisstischen Zügen dieses Syndrom nicht, da sie trotz hoher Ansprüche von ihrer eigenen Großartigkeit überzeugt bleiben. Letztlich erweist sich das Impostor-Syndrom oft als eine Form der Tiefstapelei, bei der tatsächliche Erfolge hinter einer Erzählung der eigenen Unzulänglichkeit verborgen werden.

    Literatur

    Stangl, W. (2024). Impostor-Syndrom. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
    WWW: https://lexikon.stangl.eu/13517/impostor-syndrom


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